HeidelbeereHeidelbeeren sind eine Pflanzengattung aus der Ordnung Ericales (Heidekrautartige), der Familie Heidekrautgewächse (Ericaceae), die über 450 Pflanzen umfasst. Diese ursprünglich wild wachsende Pflanze kommt auf allen Kontinenten vor. Ihre hohe Frostbeständigkeit erlaubt ihr das Überstehen sogar im arktischen Norden. Amerikanische Heidelbeere (Vaccinium Corymbosum) ist eine der wenigen aus Nordamerika stammenden Pflanzen. Seit Jahrhunderten ist sie durch autochthone Bevölkerung in Wäldern gepflückt worden. Frisch verzehrt waren Früchte der hochbuschigen Heidelbeere nahrhafte Kost, konserviert - waren sie eine perfekte Zugabe zu Suppen, Gulasch und Fleisch. Sowohl Beeren als auch Wurzelblätter von amerikanischen Heidelbeeren fanden Verwendung in der Heilkunst. Heidelbeerensaft war ein wirksames Medikament gegen Erkältung und Heidelbeerentee sollte Blutkrankheiten heilen. Im XVII. Jahrhundert kamen englische Siedler in die neue Welt um Kolonien zu gründen. Da sie sich nicht ganz auf Lebensmittellieferanten aus Europa verlassen konnten, begannen sie also Farmen zu gründen und Erde zu bebauen. Sie konnten aber ihre Bauernhöfe auf die gleiche Art und Weise, wie sie es in England taten, nicht führen, weil sich Erde und Klima erheblich von den in England unterschieden haben. Viele Farmen gingen zu Grunde und diejenigen, die überstanden haben, begannen heimischen Mais anzubauen und Früchte zu verwerten, um tägliche Kost zu ergänzen. Eine sehr wichtige Rolle spielten dabei eben Heidelbeeren. Mit der Zeit gewannen Siedler von Einheimischen das Wissen wie man Heidelbeere pflückt, trocknet und für die Winterzeit vorbereitet. Heidelbeere wurde zur bedeutenden Nahrungsquelle. Um Jahrtausendwende zum XX. Jahrhundert haben Elizabeth White und Frederick Coville den Versuch unternommen, wild wachsende Heidelbeeren zum Großanbau tauglich zu machen. Sie haben die besten Pflanzen in den nordöstlichen USA ausgelesen und über Verpflanzungsversuche und - experimentenserie Heidelbeeren erhalten, die auf Plantagen verpflanzt werden konnten. Über Jahrzehnte wurde Vaccinium Corymbosum dermaßen optimiert, dass man Sorten von gewünschtem Geschmack, von gewünschter Textur sowohl für einzelne Abnehmer als auch für industrielle Zwecke erzielt hat. Heutige Heidelbeeren bekommen große, saftige, süße und leicht zu pflückende Früchte. Heidelbeere ist ein langjähriger blättriger Strauch. Er benötigt saures Erdreich mit Ph-Wert 4-5. Der Strauch kann die Höhe bis zu 3 m erreichen, blüht im Frühling mit Blumen am Ende der Sprösslinge. Blumen werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt. Früchte bekommen sie 1,5 - 3 Monate nach dem Aufblühen je nach Sorte, Anbau, Wetter etc. Abhängig von diesen Erscheinungen verändert sich auch Ertragsfähigkeit, die manchmal auch bis zu 10 kg pro Strauch betragen kann. Heidelbeerenanbau wurde ursprünglich in den USA verbreitet. In Europa wurden die ersten Plantagen in den 20er in Holland gegründet. Ebenso in diesem Land begann ihre Tätigkeit die europaweit erste Börse der amerikanischen Heidelbeere. Heutzutage ist dagegen Deutschland das Land, wo man die meisten Heidelbeeren anbaut und verzehrt. Heidelbeere kam auch nach Polen, wo jahraus, jahrein aus immer mehr Plantagen gegründet werden. Heutzutage wird Heidelbeere immer mehr bekannt und populär. Wegen ihrer heilenden Eigenschaften wurde sie zur „Pflanze des XX. Jahrhunderts“ auserkoren und deswegen auch boomt das Interesse in Konsumentenkreisen. Hervorragende Geschmacksvorteile verstärken nur dieses Interesse, das sich von Jahr zu Jahr vermehrt. |